Spontaneität ist bei uns jetzt hoch im Kurs. Ein Trip nach Amsterdam war also nur natürlich und ein Besuch in “unserem” Restaurant “Casa di David” ein MUST. Die Pizza schmeckte noch genau so gut wie damals bei unserem ersten gemeinsamen Urlaub.


Mein Mann, ein Held:

… auf eigene Gefahr…

Der Heldensockel in der aktuellen Ausstellung in der Nieuwe Kerk Amsterdam.
Endlich mal wieder aufgerafft. In unserem Alter nicht immer selbstverständlich. Freunde angerufen und auf nach Heidelberg zum Schwimmbadclub.
Zur Enttäuschung der Männer war der Flipper vor dem Bistrobereich abgebaut worden. So blieb auch denen keine andere Möglichkeit als uns raus auf die Fläche der Freiluftdisco zu folgen. Schöne Location. Um Mitternacht noch nicht üppig besucht. Getränke für billig (Flatrate-Party sei dank werden die Preise für Alkoholika niedrig gehalten) und viele Sitzmöglichkeiten für den Konsum legaler Drogen und Logenplätzen mit Blick auf die Tanzfläche. Dass das Publikum durchschnittlich 5 Jahre jünger war als man selbst, naja, darüber kann man schon mal wegsehen.
Irritierend dagegen ist, zu hören, dass sich seit ca. 10 Jahren gar nichts in der Musikszene, was Discotaugliche Musik angeht, getan zu haben scheint. Mein Gatte liess sich sogar zu dem Ausruf hinreißen: Hey, nach 10 Jahren kann man den Scheiß echt nicht mehr hören!. Lieder, die zu unserer Abizeit schon Oldies waren, scheinen immer noch Garant für ein tanzwütiges Publikum zu sein.
Naja, und ich geb’s zu, es ist echt schön in Erinnerung zu schwelgen und bei Basket Case von Green Day mitzugröhlen, aber haben die Jungs nicht seitdem mindestens 3 weitere Alben rausgebracht ? Und pogo, hallo …? Wenn man’s nicht kann, soll man’s lieber lassen. Mache ich in meinem Alter eh nicht mehr, aber die Altpunks von damals hätten sich bei diesem Anblick in die Hose gep… vor Lachen.
Trotz allem, ich gebe die Suche nicht auf. Irgendwo in diesem Universum muss es doch noch Menschen Anfang der 30 geben, die gerne ausgehen und weder auf NDW, noch auf 80Jahre-Scheiß oder auf Radioweichspülermusik stehen, die nicht nur mit dem Fuss zum Takt wippen, sondern Musik genießen wollen. Ich bin zwar verheiratet, aber noch lange nicht tot!
Vielleicht ist es manchmal doch nicht so ratsam, spontane Ideen sofort in die Tat umzusetzen und am darauffolgenden Tag völlig unvorbereitet ins Auto zu steigen und gen Kassel zu fahren. Ganz unvorbereitet stimmt so nun auch nicht. Schließlich hatte ich bereits in zwei unterschiedlichen Zeitschriften Interviews mit dem Veranstalterpaar Buergel/Noack gelesen. Daraus ging hervor, dass diese documenta anders als die anderen, Kunst für Laien erklärbar macht, dass Bezüge zwischen aktueller und älterer Kunst hergestellt würden etc. Das wird ja toll, dachte ich mir, denn ich liebe Vergleiche. Vergleiche in der Kunst helfen einem immer zu verstehen. So dachte ich zumindest - hat sich aber als oller Aberglaube einer klassisch geschulten Kunsthistorikerin herausgestellt. Immer habe ich die moderne Kunst in Schutz genommen und tue es auch heute noch, aber nach dem Besuch dieser Ausstellung kann ich nur sagen: Hä…???. Wie ich auch nach intensivster Lektüre von Kunstzeitschriften nach dem Besuch feststellte, ich hatte mein bestes getan. Oft sagte die Kunst nämlich wirklich kaum mehr aus, als ich über das eine oder das andere Kunstwerk gewusst oder nicht gewusst hatte. - Ach manchmal vermisse ich doch den alten Vermeer. Zeit mal wieder nach Amsterdam zu fahren.

Eines der populärsten Ausstellungsobjekte der Documenta: eine ausgestopfte Giraffe. Wer geht denn heute noch in die Gruselkabinette eine Naturkundemuseums? Dieses Ding wurde jedoch von jederman bewundert - und nur weil das Tier keines “natürlichen” Todes gestorben ist. Aber was ist denn schon natürlich. Wenn ich was über Politik erfahren möchte, schalte ich die Nachrichten im Fernsehen ein und schaue mir keine politisierte Kunst an. Das Thema ist doch - den 70ern und 80ern des vorigen Jahrhundert - schon lange durch. Und bedauerlicherweise ist die Welt dadurch noch immer nicht besser geworden. Spricht da die Resignation einer 30something ?
 
Aachen hat ja doch mehr sonnige Tage, als uns von Einheimischen vorhersagt wurde, - von wegen Regen, herrlichster Sonnenschein und an jeder Ecke ein italienisches Eiscafe. Leider war an dem Tag, an dem dieses Foto entstand, das Rathaus komplett mit Gerüsten zugebaut. Aber wie man schon vom Kölner Dom weiß, da haben vermutlich die Romantiker mit gefählichem Halbwissen dran rumgepfuscht und unsereins muss es wieder ausbaden ;-).


