June 2007
Monthly Archive
Mon 11 Jun 2007
Posted by Karo under
Real World1 Comment
Die Lampen im Wohnzimmer hängen schon und die Vorhänge im Schlafzimmer, und das Bett steht auch - nach viel Schweißarbeit und der ständigen Suche nach perfekten Lösungen in Einrichtungsfragen.

Der Essbereich

die Küchenzeile

das Bad (geputzt)

das fertige Bett und Markus bei der Arbeit
Sat 9 Jun 2007
Seit Dienstag dieser Woche findet in Mainz eine Veranstaltungsreihe zum Thema Geschmack und Genuß beim Essen unter dem vielversprechenden Namen “Projet Gout” im Institut Francais statt. Die Veranstaltungen kreisen wie der Name schon sagt alle um “Gutes Essen” oder was man eben darunter versteht. Die interdisziplinäre Beschäftigung mit diesem Thema gibt natürlich eine Menge her: Essen in der Antike, Essen im Mittelalter, Essen damals und heute, Essen unter physikalischer, philosophischer, künstlerischer, geographischer Betrachtung; einzig die Verquickung von Essen und Liebe blieb ausgespart - wie der französische Generalkonsul zu bedenken gab. Mein Hauptinteresse lag allerdings auf der Eröffnungsveranstaltung. Zum einen, weil eine lebende Vertreterin der sog. “Eat Art” , Dorothée Selz, mit einer eigens für diesen Abend angefertigten Installation aufwartete. Doch obwohl eine Menge der Anwesenden der Aufforderung gleichkam, die Kunst von den Wänden und den Treppenstufen wegzuessen, verursachte bei mir allein der Anblick von blau- und magentafarbenem Brot nur Übelkeit. Auch war mir nicht so recht verständlich, wie man Forellenfilets in Kombination mit kandierten Kirschen oder Brausestäbchen zu sich nehmen kann.

Abschnitt einer großflächigen Installation auf einer pinkgefärbten Zuckerplatte,
die auf einer der Wände des Salons im 1. Stock des Institut Francais angebracht war.

Kronleuchter mit süßen Spaghetti
Der zweite und viel wichtigere Beweggrund, diese Veranstaltung zu besuchen, war die Anwesenheit des Gourmetgurus Jürgen Dollase, bekannt aus Presse und Fernsehen, mir zumindest bekannt aus “aspekte” und der Rubrik “Meisterwerke der Kochkunst”. Mein Erfurcht vor dem Meister wurde zumindest in der ersten Hälfte seines recht amüsanten Vortrages bestätigt, bei die “Kochkünste” eines Neandertalers mit dem eine männlichen Singles in der Gegenwart und dieser wiederum mit der eines japanischen Kochs und eines spanischen Ferran Adria verglichen wurden.
Während der Experten-Diskussion mit einem französischen 3Sterne-Kochs und eines weiteren Meisterkochs aus Deutschland (letzteren erkannte ich zwei Tage später beim Durchblättern in einer Gourmetzeitschrift wieder), wandelte sich meine Einstellung gegenüber Herrn Dollase immer mehr. Ich empfand mehr und mehr Mitleid mit diesem armen Menschen, der tagein tagaus von Sternerestaurant zu Sternerestaurant hetzt, mit oder ohne seiner ebenso bemitleidenswerte Frau im Schlepptau (diese bemitleidenswert der Obzession ihres Mannes wegen - sie wird ihm nie eine gute Hausfrau, da keine Sterneköchin, sein können) und wirklich keine Ahnung hat, wie gut ein richtiges Schnitzel mit einem Berg von Pommes und einem kleinem Salat im Baumstammhaus schmecken kann.

Herr Dollase mit den Herren Sterneköchen in einer Expertendiskussion über “Gutes Essen” jenseits von Gut und Böse
Sun 3 Jun 2007
Man soll es nicht glauben, aber in Frankfurt gibt es auch schöne Ecken, die von japanischen Touristen, handyschwingenden Anzugträgern oder hektischen Shop-o-holics freibleiben oder vielleicht soger gemieden werden. Meine Städelclub-Bekanntschaft Sabine zeigte mir an diesem Wochenende - nach einem ausgiebigen Besuch des Städels und der aktuellen Ausstellungen - das Cafe am Liebighaus. Die Umgebung des Liebighauses, um das herum ein kleiner Park angelegt ist, hat an sich schon etwas, - und gar nichts mit städtischer Hektik zu tun.

Obschon Sabine etwas unglücklich dreinschaut, waren Milchcafe und Marzipan-Espresso-Kuchen ausgezeichnet.

Ein kleiner Abstecher zum schaupiel frankfurt führte uns zu einen Gartenriesen, Verkörperung des deutschen Spießertum schlechthin, der wohl im Zusammenhang mit der Heimat-Veranstaltung der Jungen Museumsfreunde aufgestellt wurde.
Manche Klischees halten sich eben hartnäckig und werden in die ganze Welt transportiert. Aber sollte man solche verstaubten 80erJahre - Vorurteile nicht endlich mal ablegen und den Touristen aus aller Welt zeigen, dass Deutschland zwar ein schönes aber kein Disneyland ist ?

New LUMAS in town. Endlich gibt es auch eine Galerie in unsere Nähe, so dass wir vor unserem nächsten Kunstkauf nicht wieder nach Berlin fahren müssen. 
Sun 3 Jun 2007
Posted by Karo under
Real WorldNo Comments
Nachdem Markus nun eine Anstellung in Aachen gefunden hat, folgte die Suche nach einer geeigneten Zweitwohnung. Wir hatten es uns beide etwas schwieriger vorgestellt, auch wenn Markus bei der ganzen Aktion immer der Pessimistischere von uns beiden war. Mit der Wohnungssituation in Aachen vehält es sich jedoch genau gegensätzlich zu ebensolcher im Rhein-Main-Gebiet. Wohnungen werden einem im wahrsten Sinne des Worten angepriesen, Zugeständnisse gemacht, alle Vermieter sind froh, eine nur halbwegs anständige Person für ihre Wohnungen zu finden. Bei so ziemlich jeder Wohnung, die Markus sich mit mir oder alleine angeschaut hat, war er nur einer von wenigen, wenn nicht sogar der einzige Interessent gewesen. Schließlich hatte er die Qual der Wahl und ich durfte miteintscheiden. Die Wahl fiel auf eine Wohnung in der Innenstadt in einem Aachener 3-Fensterhaus, Jahrhundertwende, frisch renoviert. Ich hatte keine Ahnung, dass es so schöne Altbauten in Aachen gibt. Eingerichtet wird natürlich mit IKEA. Da waren wir auch schon, und zwar in Holland. Denn der ist nur eine viertel Stunde von Aachen entfernt. Irgendwie schon witzig, dass man spontan einen Ausflug nach drüben machen kann und dazu nicht länger braucht als Mainz nach Wiesbaden.

Markus baut das Bett auf …

Der Flur.

Das Wohnzimmer.