Kunst und Kegel


Schönes Wetter. Ein Nachmittag ohne Verpflichtungen. Skulpturenparcours in der Wiesbadener Innenstadt. Da die Informationen im Flyer zur Freiluftausstellung in etwa alles und nichts aussagten, habe ich auch genausoviel oder -wenig erwartet. Die Skulpturen stehen in Beziehung zu der sie umgebenden Raum. Naja, das tun Skulpturen in der Regel immer. Was als Herausforderung und Möglichkeit angekündigt wurde: eine stark befahrenen Straße, dazwischen ein Grün-grau-Streifen, unterbrochen von Kreuzungen, war eine mehr als unpassende Örtlichkeit. Der Straßenlärm war nicht das Störende, sondern der Gestank nach Hundekot an einigen Streckenabschnitten. Für die kunstverwöhnte Nase alles andere als künstlerisch. Eine kurze - geruchsfreie - Zusammenfassung in Bildern:

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Eine Bushaltestelle en miniature mit einer ebenso kleinen Person auf einem Eiland.

Die witzigste Skulptur der Strecke. Davon hätte ich mit gerne mehr gewünscht.

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Eduard M. läßt grüßen.

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Wir haben es geschafft. Trotz Regen und bei kühlen 6 Grad Celsius haben wir uns aus unserem gemütlichen Zuhause gewagt, um uns das Lichtspektakel der Luminale anzusehen.

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Bunt beleuchtete Wassertanks hinter dem Hauptbahnhof


Bei dieser Gegelenheit habe ich mal das nächtliche Städtepanorama aufgenommen.

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Blaue Stunde in der Zitadelle.

Vielleicht ist es manchmal doch nicht so ratsam, spontane Ideen sofort in die Tat umzusetzen und am darauffolgenden Tag völlig unvorbereitet ins Auto zu steigen und gen Kassel zu fahren. Ganz unvorbereitet stimmt so nun auch nicht. Schließlich hatte ich bereits in zwei unterschiedlichen Zeitschriften Interviews mit dem Veranstalterpaar Buergel/Noack gelesen. Daraus ging hervor, dass diese documenta anders als die anderen, Kunst für Laien erklärbar macht, dass Bezüge zwischen aktueller und älterer Kunst hergestellt würden etc. Das wird ja toll, dachte ich mir, denn ich liebe Vergleiche. Vergleiche in der Kunst helfen einem immer zu verstehen. So dachte ich zumindest - hat sich aber als oller Aberglaube einer klassisch geschulten Kunsthistorikerin herausgestellt. Immer habe ich die moderne Kunst in Schutz genommen und tue es auch heute noch, aber nach dem Besuch dieser Ausstellung kann ich nur sagen: Hä…???. Wie ich auch nach intensivster Lektüre von Kunstzeitschriften nach dem Besuch feststellte, ich hatte mein bestes getan. Oft sagte die Kunst nämlich wirklich kaum mehr aus, als ich über das eine oder das andere Kunstwerk gewusst oder nicht gewusst hatte. - Ach manchmal vermisse ich doch den alten Vermeer. Zeit mal wieder nach Amsterdam zu fahren.

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Eines der populärsten Ausstellungsobjekte der Documenta: eine ausgestopfte Giraffe. Wer geht denn heute noch in die Gruselkabinette eine Naturkundemuseums? Dieses Ding wurde jedoch von jederman bewundert - und nur weil das Tier keines “natürlichen” Todes gestorben ist. Aber was ist denn schon natürlich. Wenn ich was über Politik erfahren möchte, schalte ich die Nachrichten im Fernsehen ein und schaue mir keine politisierte Kunst an. Das Thema ist doch - den 70ern und 80ern des vorigen Jahrhundert - schon lange durch. Und bedauerlicherweise ist die Welt dadurch noch immer nicht besser geworden. Spricht da die Resignation einer 30something ?

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Aachen hat ja doch mehr sonnige Tage, als uns von Einheimischen vorhersagt wurde, - von wegen Regen, herrlichster Sonnenschein und an jeder Ecke ein italienisches Eiscafe. Leider war an dem Tag, an dem dieses Foto entstand, das Rathaus komplett mit Gerüsten zugebaut. Aber wie man schon vom Kölner Dom weiß, da haben vermutlich die Romantiker mit gefählichem Halbwissen dran rumgepfuscht und unsereins muss es wieder ausbaden ;-).
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Man soll es nicht glauben, aber in Frankfurt gibt es auch schöne Ecken, die von japanischen Touristen, handyschwingenden Anzugträgern oder hektischen Shop-o-holics freibleiben oder vielleicht soger gemieden werden. Meine Städelclub-Bekanntschaft Sabine zeigte mir an diesem Wochenende - nach einem ausgiebigen Besuch des Städels und der aktuellen Ausstellungen - das Cafe am Liebighaus. Die Umgebung des Liebighauses, um das herum ein kleiner Park angelegt ist, hat an sich schon etwas, - und gar nichts mit städtischer Hektik zu tun.

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Obschon Sabine etwas unglücklich dreinschaut, waren Milchcafe und Marzipan-Espresso-Kuchen ausgezeichnet.

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Ein kleiner Abstecher zum schaupiel frankfurt führte uns zu einen Gartenriesen, Verkörperung des deutschen Spießertum schlechthin, der wohl im Zusammenhang mit der Heimat-Veranstaltung der Jungen Museumsfreunde aufgestellt wurde.
Manche Klischees halten sich eben hartnäckig und werden in die ganze Welt transportiert. Aber sollte man solche verstaubten 80erJahre - Vorurteile nicht endlich mal ablegen und den Touristen aus aller Welt zeigen, dass Deutschland zwar ein schönes aber kein Disneyland ist ?
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New LUMAS in town. Endlich gibt es auch eine Galerie in unsere Nähe, so dass wir vor unserem nächsten Kunstkauf nicht wieder nach Berlin fahren müssen. :-)

100_1552 Ja, sind wir denn hier im IKEA gelandet ? Über die näheren Hintergründe der Lampenschau in der Eingangshalle des ZKM bin ich gänzlich im Unklaren. So hingen hauptsächlich Lampen, die in meinen Kindheitstagen der letzte Schrei gewesen sind, an Schnüren vom Stahlträger herab. Während Markus und ich an einem Tisch vor der Essensausgabe einer Art Studentencafete an unserer Orangina süffelten, konnte ich die Gespräche der Besucher und Studenten der an das Museum angeschlossenen Hochschule mithören und erkannten sofort: hier saßen fast ausschließlich Anfang-Dreißiger um uns herum, die ähnliche Erinnerungen an ihre Kindheit mit uns teilten, ohne es zu wissen. So kann ein Museumsbesuch einen ganz schön melancholisch machen…

Als Mitglied des Städelclub geniesst man so einige Annehmlichkeiten, von denen der normale Erdenbürger ausgeschlossen bleibt. Neben Führungen for members only gab es am gestrigen Tag die Möglichkeit, selbst kreativ zu werden.

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Nach einem kurzen nd Lehrgang in Sachen Bildaufbau, Farbwahl und Komposition, sollten wir es den großen Meistern nachmachen. Dazu wurden wir in einen geheimen Raum gebracht und mit Acrylfarben, Pinsel und Prosecco an die Stafeleien geführt. Unter Mozartbeschallung und im beschwipsten Geisteszustand entstand dann das folgende Meisterwerk:
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Der erste Besuch in der Komischen Oper Berlin war für Markus und mich ganz schön überwältigend. Von außen ein häßlicher 60er Jahre (oder waren es schon 70er) Klotz und von innen ein Palast. Ein bisschen auch wie ein Palast der Republik mit den ganzen Leuchtern im Foyer. Aber die passten ganz vortrefflich zu den verschnörkelt barocken Formen des Treppenhauses und des Spielsaals. Da waren wir also so begeistert vom Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, dass es uns noch ein weiteres Mal in die Komische Oper zieht, nämlich zu Mozarts Cosi fan tutte. Drei Stunden und 45 Minuten. Ob das auszuhalten sein wird so ganz ohne Popcorn und Cherrie Garcia ?

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Eine Reise nach Berlin kann wie ein Ausflug in die Welt des Science-Fiction Films werden, wenn man weiß, wo man suchen muss. Aber im Grunde genommen, musste ich nur an die Orte in Berlin und Potsdam fahren, die ich meinte während des Filmes bereits erkannt zu haben. Hier am Schloß Sanssouci wurde eine der ersten Außenszenen von AeonFlux gedreht. Hier promenierten die Ahnungslosen Klone ihrer Selbst mit Sonnenschirmchen oder Gehstock die Treppe herunter.
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Bei meinem ersten Besuch in Berlin im August konnte ich es mir nicht verkeifen beim Bauhaus-Archiv vorbeizuschauen. Das war der Schauplatz für die tragische Szene, bei der Aeon sieht, wie ihre tote Schwester Una in einer Bahre aus dem Haus getragen wird.

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Am Haus der Kulturen der Welt bin ich zwar schon vorbeigegangen, aber bislang kein treffendes Foto des Daches machen können, auf dem Aeon nächtens herumgekraxelt ist.

Als Wormser Mädel war es mir schon seit langem ein Anliegen und auch eine Pflicht, die Nibelungenspiele in Worms zu besuchen, die schon ins 5te Jahr gehen. Nun hatte ich es schließlich doch geschafft und Ina kam mit. In jedem Jahr gibt es eine andere neue Inszenierung mit neuen Schauspielern. So gaben in diesem Jahr Yasmin Tabatabei die Kriemhild und Sonja Kirchberg die Isolde. Wer’s nicht weiß - ich wusste es auch nicht : Isolde war Brunhilds lesbische Gefährtin. Nebenbei bemerkt gab es wohl auf Island eine Menge lesbische Frauen, ein Umstand, der sicher nicht nur Siegfrieds feigen Recken, sondern auch nicht wenigen Herren im Publikum gefallen haben könnte. Die von der BLÖD-Zeitung als skandalös angekündigten Szenen erwiesen sich allerdings als erfrischende Auflockerung des Bühnenstücks und hatten eher den frivolen Charakter eine barocken Operette.

Etwas gewöhnungsbedürftig war weniger der Umstand, dass Männer in Bundeswehrmontur oder Frauen in Krankenschwester-Outfits der 1.Weltkriegszeit über die Bühne liefen - so was haut einen nicht mehr um, wenn man ab und zu in letzter Zeit im Theater gewesen ist- , als der lockere Umgang mit der Sage. Hin und wieder gab es komische Einlagen: seien es die Kommentare von Kriemhilds schwulem Bruder oder die Einwürfe in Womser Mundart des kommentierenden André Eisermann. Besonders Letzteres empfand ich eher als störend, als die Geschichte erhellend.

Im großen und ganzen war das Stück sehr kurzweilig, wenn doch aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen - 15 Grad und kalter Wind im Freien- etwas zu lang. Eine Pause folgte erst um halb zwölf. Da war ich schon fast zu durchgefroren, als dass ich mein Sektglas festhalten konnte. Zum Glück hatte Ina eine Wolldecke für uns Ömchens mitgenommen.

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Hier lachen wir noch. Mit Sekt und Selbstauslöser.

Die Inszenierung trug den Untertitel : Siegfried und die Frauen. Und in der Tat hatten die Frauen das Sagen im Stück, und vielleicht ein wenig auch der Hagen. Leider war der im ersten Teil so überzeugend männlich-animalische Westernheld-Siegfried nach 10 Jahren Ehe mit seiner geliebten Kriemhild ziemlich verweichlicht , und auch wenn dieser Wandel zum Plot dazugehören mochte, schön war ein besoffener und leicht zu überwältigender Siegfried nicht anzusehen.

Vielleicht sollten wir Frauen doch nicht immer das letzte Wort haben, sonst bleiben von unseren Männern nur noch Weicheier übrig.

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